Photovoltaik als Energieerzeuger und Arbeitgeber

Mein gestriger Termin lag mir aus zweierlei Hinsicht schon länger am Herzen: 1. Weil Photovoltaik ein gut durchdachter Energieträger ist, der von der Firma AGRYENA ganz maßgeblich bei uns im Wahlkreis geplant sowie montiert wird und 2. Weil das Erneuerbare-Energien-Gesetz eine Komplexität mit sich bringt, die es mit den Akteuren vor Ort zu besprechen gilt.

Mein gestriger Termin lag mir aus zweierlei Hinsicht schon länger am Herzen: 1. Weil Photovoltaik ein gut durchdachter Energieträger ist, der von der Firma AGRYENA ganz maßgeblich bei uns im Wahlkreis geplant sowie montiert wird und 2. Weil das Erneuerbare-Energien-Gesetz eine Komplexität mit sich bringt, die es mit den Akteuren vor Ort zu besprechen gilt.

Die Firma AGRYENA – Photovoltaik-Systeme wurde bereits 1993 gegründet – ein echter Pionier, wenn man so möchte. Die Firma verbaut PV-Systeme im mittleren bis großen Anlagenbereich. Zu den Kunden gehören vor allem Landwirtschaftsbetriebe sowie kleine und mittelständische Unternehmen. Insgesamt wurden bisher 36.000 Solarmodule verbaut – ein starker sowie nachhaltiger Beitrag für unsere Region!

Für mich ist eines klar geworden: Wir müssen die eigenen Flächen mehr nutzen! Hierbei müssen wir unbedingt die Dachflächen von öffentlichen Gebäuden, aber auch vermehrt von mittleren und großen Betrieben, sowie insbesondere der Landwirtschaftsbetriebe in Augenschein nehmen. Denkbare wäre beispielsweise eine verpflichtende Regelung für Solarflächen auf öffentlichen Gebäuden. Mir geht es diesbezüglich um ein Schlüsselelement: Die Verknüpfung von Themenkomplexen. Landwirtschaft und Erneuerbare (Solar). Zurverfügungstellung und aktive Nutzung von Flächen. Erneuerbare und Wirtschaft. Diese Punkte gilt es zusammenzuführen und vorhandene Potenziale zielstrebiger zu nutzen.

Die aktuelle Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, die sogenannte EEG-Novelle 2021, wurde am 23. September 2020 vom Bundeskabinett verabschiedet. Und weist wichtige und richtige Ziele auf, wie beispielweise ein neues Langfristziel die Treibhausgasneutralität vor 2050 des in Deutschland erzeugten und verbrauchten Stroms gesetzlich zu verankern. Ebenfalls ist es richtig, die Kommunen künftig finanziell am Ausbau der Windenergie zu beteiligen. Gleichzeitig – und das wurde gestern besonders deutlich – gibt es einige Punkte, über die es noch einmal nachzudenken gilt. Ein Punkt wäre beispielsweise die Eigenversorgung zu stärken und die EEG-Umlage auf Eigenversorgung zu überdenken. Die gegenwärtige Situation zeigt doch, wie wichtig es ist, die eigene Versorgung zu sichern und zu fördern. Die Abschaffung dieser Belastung würde Betreiber von Photovoltaik-Anlagen deutlich entlasten. Dies führt wiederum zu einer allgemeinen Akzeptanz in der Bevölkerung. Es muss doch darum gehen, die Menschen und nicht nur die Dächer mitzunehmen. Auch sollte bedacht werden, dass mit der aktuellen EEG-Novelle zehntausende Photovoltaik-Anlagen vorzeitig außer Betrieb genommen würden, da es kein wirtschaftliches Anschlusskonzept für den Weiterbetreib nach der 20-jährigen EEG-Förderung gibt. In bestimmten Bereichen müssen wir längerfristige Anreize setzen und gleichzeitig – natürlich – einen offenen und freien Markt vorbereiten. Bereits heute konkurrieren Photovoltaikanlagen ab 750 Kilowatt Leistung um Zuschläge in Auktionen. Dies stellt eine klassische Marktperspektive dar. Dass dabei solarer Eigenverbrauch untersagt ist und gleichzeitig die Anlagengröße für Dachanlagen auf 500 kWp herabgesetzt werden soll, ist hingegen zumindest überdenkbar. Langfristig muss der Weg hin zu einem offenen und konkurrierenden Markt gestaltet werden.

All diese Faktoren zeigen, wie komplex die gesamte Thematik eigentlich ist. Um dies zu veranschaulichen, sprachen wir gestern ebenfalls über die Verständlichkeit des Erneuerbaren Energien Gesetzes. Zur Verdeutlichung: Das erste Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz – EEG) aus dem Jahre 2000 hatte einen Umfang von fünf Seiten, die aktuelle Novelle umfasst 178 Seiten. Gestern wurde besonders deutlich, dass kleine- und mittelgroße Unternehmen die Gesetzestexte nur schwer verstehen können und immer öfter einzig und allein die großen Verbände in der Lage sind, die Inhalte komprimiert und verständlich darzustellen. Hier gibt es Verbesserungsbedarf!

Gleichzeitig freut mich auch, dass AGRYENA weiterwachsen möchte und Arbeitsplätze bei uns in Brandenburg an der Havel sichert und ausbaut.

Zum Schluss durfte ich mir ein eigenes Bild machen. Gemeinsam haben wir mit Landwirt Gerhard Ullrich seinen Betrieb Brielower Agrar GmbH besucht und uns die ausgebaute Dachfläche auf seinem Hof angeschaut. Beeindruckend. Genau diese Verknüpfungen – zum Beispiel Solar und Landwirtschaft – sind meines Erachtens nach der richtige Weg!