Klartext

Lehrermangel im Land Brandenburg

Seit fast zehn Jahren hat die Kultusministerkonferenz der Länder "Gemeinsame Leitlinien der Länder zur Deckung des Lehrkräftebedarfs" herausgegeben. Genauso lange regiert in Brandenburg eine rot-rote Koalition. Doch erst jetzt kommt die Landesregierung auf die Idee, das Problem des Lehrermangels anzugehen.

Das Sechs-Punkte-Papier des brandenburgischen Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport greift nach fast einer Dekade endlich die drängenden Probleme auf und setzt dabei trotzdem falsche Schwerpunkte.

Im Rahmen meiner Arbeit als Mitglied der Enquete-Kommission "Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt" beschäftigen wir uns ausgiebig mit den kommenden Herausforderungen der Beruflichen Bildung. Diese treffen nicht nur die Berufsschülerinnen und Berufsschüler, sondern auch die Ausbildungsbetriebe, die Ausbildungsleiter, die Schulen und die Lehrerinnen und Lehrer an den berufsbildenden Schulen. 

Dass nicht nur im Bereich der Digitalisierung, sondern auch im Bereich Lehrernachwuchs kein Problembewusstsein vorhanden ist, beweisen Gutachten des Bundesinstituts für Berufsbildung oder das eigens von der Landesregierung in Auftrag gegebene Gutachten von Prof. Andreas Dietrich und Dr. Peter Wordelmann.

Auf der einen Seite wehren sich die Länder vehement gegen eine Mitsprache des Bundes in Bildungsthemen und setzen die von der Kultusministerkonferenz selbst beschlossenen Handlungsempfehlungen nicht um. Auf der anderen Seite soll der Bund möglichst zügig das Grundgesetz ändern und den Weg für zusätzliche Gelder in der Bildung freimachen. Hier zeigt sich das klare Missverständnis in der Bildungspolitik: die Länder kommen ihren originären Aufgaben nicht nach und der Bund soll es dann am Ende richten. 


Zurück