In der Region

Versorgung von Mukoviszidose Patienten in Brandenburg

Vortrag von Prof. Dr. Mainz zur Versorgung von Mukoviszidose Patienten in Brandenburg

Am 25.02.2020 trafen sich anlässlich der Veranstaltung „Versorgung von Mukoviszidose Patienten in Brandenburg“ Vertreter des Klinikum Westbrandenburg und des Städtischen Klinikum Brandenburg.

Frau Dr. Dietlind Tiemann MdB erklärt:   „Die Erkrankung Mukoviszidose, an der in Deutschland etwa 8.000 Menschen erkrankt sind, bedeutet für die Betroffenen eine intensive Therapie, die tägliche Einnahme von Medikamenten sowie weitere Einschränkungen im alltäglichen Leben. Deshalb müssen neue Therapieformen, Präparate sowie Angebote – auch in Brandenburg an der Havel - proaktiv gefördert werden. Die heutige Veranstaltung hat zu einer solchen Förderung beigetragen!“ 

Prof. Dr. Jochen Mainz, Leiter des Mukoviszidosezentrums und der Abteilung Pädiatrische Pneumologie und Allergologie am Klinikum Westbrandenburg ergänzt:  

„Nur durch enge Zusammenarbeit von Spezialisten verschiedener Bereiche kann verhindern, dass Mukoviszidose wie früher zu kritischen Verläufen mit Versterben im Vorschulalter führt. Wir haben uns heute in Brandenburg an der Havel getroffen, um die Zusammenarbeit der Fachbereiche auszubauen, und dabei auch die Kooperation der beiden im Klinikum Westbrandenburg zusammengeschlossenen CF-Ambulanzen. Wir freuen uns über die Unterstützung unserer Arbeit, durch die heute geborenen Patienten mit aufwändiger Therapie im Mittel das 50te Lebensjahr überschreiten können.“

Die Klinikleitung, Fachärzte und weitere zuständige Abteilungen diskutierten gemeinsam Diagnosestellungen, Medikamente, Therapie- und Behandlungsformen sowie Forschungsmöglichkeiten am Standort Brandenburg an der Havel. Frau Dr. Tiemann betonte die Wichtigkeit der Versorgung von Patienten mit Mukoviszidose. Besonders mit Blick auf wissenschaftliche und therapeutische Angebote ist Brandenburg an der Havel gut aufgestellt. Prof. Dr. Mainz und das klinikübergreifende CF-Team bieten ein breites therapeutisches Leistungsspektrum an und betreuen Patienten stationär und ambulant, auch über die Landesgrenzen Brandenburgs hinaus.  

Das Klinikum Brandenburg und Frau Dr. Tiemann setzen sich dafür ein, dass Veranstaltungen dieser Art in der Stadt gefördert werden und der medizinische Standort Brandenburg an der Havel nachhaltig gestärkt wird.  

Die Krankheit Mukoviszidose wird am 8. April 2020 in einem aus Wissenschaftlern, Ärzten, Pharmaunternehmen, Politikern und Betroffenen bestehenden Fachpublikum erneut in Brandenburg an der Havel diskutiert. Die Veranstaltung findet im Städtischen Klinikum Brandenburg statt.  

Die Mukoviszidose oder Cystische Fibrose (CF) ist eine erblich bedingte, angeborene Stoffwechselerkrankung der Drüsen. Charakteristisch sind ein zähflüssiger Schleim in den Atemwegen, der Husten und andere Atemwegserkrankungen auslöst und das Auftreten von Infektionen fördert. Mukoviszidose ist die häufigste angeborene lebensverkürzende Erkrankung der kaukasischstämmigen (weißen) Bevölkerung. Es handelt sich um eine Multiorganerkrankung bei der eine Störung in den Ionen-(Salz)-Kanälen der Drüsen verschiedener Organsysteme auftritt. 90% der Patienten versterben vorzeitig an Lungenzerstörung. Während vor 50Jahren die Patienten im Vorschulalter verstarben, können heute geborene durch erheblichen Therapieaufwand im Mittel das fünfzigste Lebensjahr überschreiten. Um diese Lebensziele zu erreichen sind sehr aufwändige tägliche Therapien und ein interdisziplinäres Team in einem spezialisierten CF-Zentrum erforderlich.  

Zum Team des CF- Zentrums gehören unter anderem: Der CF Arzt (meist Pneumologe = Lungenarzt für Kinder und Erwachsene), Ärzte mit Spezialisierung für Gastroenterologie (Verdauungsorgane/Leber) und Diabetes,  Radiologie, HNO-Heilkunde, CF-spezialisierte Krankenschwestern, CF-spezialisierte Ernährungsberater, CF-spezialisierte Physiotherapeuten, Psychologen und Sozialarbeiter.


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