In der Region

Über das PPP-Programm ein Jahr in die USA

Als Bundestagsabgeordnete habe ich eine Patenschaft für eine Schülerin aus meinem Wahlkreis übernommen.

Nach dem einjährigen Auslandsaufenthalt in der Nähe von Chicago hat mich Jana Chen besucht, um mir von Ihren Eindrücken und Erlebnissen zu berichten. Die geschilderten Erfahrungen haben mich beeindruckt. Für ihren weiteren Weg wünsche ich Jana Chen alles Gute.

Ein Bericht zum Auslandsjahr 2018/19 
von Jana Chen

Ein Jahr in den USA mit dem PPP-Stipendium Im Februar 2018 habe ich Bescheid bekommen, dass ich in das PPP-Stipendium 2018/19 aufgenommen worden bin, und von dem Zeitpunkt an war mir klar: 2018/19 wird unheimlich anders und aufregend sein. Ich war vorher noch nie in den Vereinigten Staaten bzw. auf dieser Seite der Welt. Deswegen möchte ich hier erstmal einen ganz großen Dank aussprechen an Frau Dr. Dietlind Tiemann, Familie Flynn, GIVE e.V., ASSE Int., und das PPP-Stipendium; ohne sie wäre es alles nicht möglich gewesen und ich bin sehr dankbar dafür. Vielen Dank!

Nun etwas zu meinem Auslandsjahr selbst: Ich wurde in einem Vorort von Chicago namens Manhattan, Illinois platziert. Als ich im Mai auf dem Vorbereitungsseminar in Berlin meine Gastfamilie zugeteilt bekommen habe, habe ich zunächst den Ort bei Google Maps eingegeben, um herauszufinden, wo ich nun für die nächsten 10 Monate leben würde. Manhattan, IL ist eine ca. 8000-Einwohner-Stadt südwestlich von Chicago, was schon mal ein großer Vorteil war, da die Stadt schon ziemlich cool ist. Meine Gastfamilie hieß Flynn und ich hatte eine Gastmama (Momma Flynn) und eine Gastschwester (Shannon), die noch im selben Haus lebte. Shannon war ein Jahr älter als ich und ging auf dieselbe High School mit mir. Auch habe ich drei Gastbrüder, aber der eine lebte in Joliet, IL und der andere war nach Georgia gezogen. Der jüngere von den drei Brüdern heißt Brendan und studiert an der Illinois-State-Universität. Meine Gastfamilie war super lieb und hatte mich sofort in die Familie eingeschlossen. 
Ich bin dort auf die Lincoln-Way-West High School als Junior (11. Jgst.) gegangen. Diese Schule hatte einfach das perfekte Image von einer High School, wie ich es mir vorgestellt habe und war mit Abstand definitiv das Beste am Auslandsjahr. Es war eine große Schule mit ca. 1700 SchülerInnen und unheimlich tollen LehrerInnen. Was mir am meisten gefallen hat, waren die ganzen Sportarten, die uns Schülern angeboten worden sind. Ich habe in der Herbstsaison Tennis und in der Frühlingssaison Badminton gespielt. Außerdem gab es im Herbst auch sehr viele Football Games an unserer High School, zu denen ich immer mit meiner Gastschwester und Freunden hingegangen bin. Zwar habe ich das Prinzip hinter diesem Sport nie so wirklich verstanden, aber der Zusammenhalt der Schüler und die Unterstützung der eigenen Schule war so unfassbar stark, was mich wirklich mitgezogen hat. 
Auch die Fächervielfalt war ein riesen Plus. Ich zum Beispiel hatte AP Government&Politics, History of World Wars (beides jeweils ein Semester lang), History of the US, Physical Education, English 3, Guitar Studio und AP Calculus AB. Da ich Geschichte wirklich sehr mag, hatte ich eben zwei Geschichtsklassen gewählt, was ein absoluter Traum war. Außerdem gab es auch sehr viele Clubs, denen man beitreten konnte. Auch da habe ich mich nicht geweigert und bin dem KeyClub, FBLA (Future Business Leaders of America), International Club und Peer Tutoring beigetreten. Meine Noten waren meistens A+ bzw. A, und ich hatte einen GPA von 4,2, weshalb ich auch den High Honor Roll bekommen habe für beide Semester. Außerdem wurde ich auch eingeladen der Mathmatics Honors Society beizutreten, was eine große Ehre für mich war. Neben der High School habe ich auch noch sehr viel anderes erlebt. Ich bin mit meinem Gastbruder Brendan zu einem Baseballspiel gegangen, Chicago White Sox gegen die Los Angeles Angels. Zudem bin ich öfters mit meiner Area Representative von ASSE Int. und Freunden nach Chicago gefahren und wir waren in der traditionellen Pizzeria, dem Lincoln Zoo, bei einem Chicago Bulls Basketballspiel und haben auch eine Stadttour mit einer Fähre gemacht. Ich mag Chicago wirklich sehr gern, denn es ist eine sehr schöne Stadt. Da Shannon dieses Jahr Abitur gemacht hat, sind wir auch zu vielen Universitäten in unserer Umgebung gefahren, um sie uns anzugucken. Das war wirklich sehr toll, denn die Universitäten in den USA sehen sehr anders aus als hier. Das war wirklich eine sehr coole Erfahrung. Öfters bin ich auch mit meinen Freunden ausgegangen zum Essen, denn sie meinten, dass ich unbedingt alles hier probieren soll. Zum Beispiel hat mir Panera Bread wirklich sehr gefallen, besonders der MacAndCheese! Apropos Freunde: mit denen bin ich auch zu Homecoming, Twirp und Prom gegangen. Das waren wirklich sehr schöne Augenblicke und Erfahrungen. Vor den einzelnen Tänzen bin ich jedes Mal mit meinen Freunden zu einer Mall gegangen und wir haben dort nach Kleidern etc. geschaut. Ich habe dort Freundschaften geschlossen, die ich wirklich vermissen werde, aber wir haben schon alles vorgeplant, dass sie mich hier in Deutschland besuchen kommen und ich sie dann auch nochmals in den Staaten sehen werde. 
Von unserem School-District aus hat das Orchester und Guitar Studio eine Tour während der Frühlingsferien gemacht. Sie ging über Cleveland, Ohio nach Boston, Massachusetts. Wir sind mit dem Bus zuerst nach Cleveland gefahren und haben dort in der Rock and Roll Hall of Fame vorgespielt und sind dann weiter über Pennsylvania und New York State nach Boston und Cambridge gefahren. Boston, MA, ist wirklich eine sehr schöne Stadt und außerdem waren wir auch bei der Harvard Universität und hatten dort eine Tour. Harvard ist eine sehr schöne und große Universität. Es hat sich fast so angefühlt, als wäre Cambridge, MA, eine kleine Stadt in der Uni. Vom PPP Stipendium aus bin ich im Dezember für eine Woche nach Washington DC geflogen. Dort hatten wir ein Seminar zum Thema Leadership. Mir gefiel es sehr, denn ich konnte wirklich sehr viel dazulernen und zudem auch noch andere Austauschschüler vom PPP kennenlernen. Was mir außerdem auch wirklich sehr gefallen hat, waren die Touren durch die Stadt. Washington DC ist voller Geschichten und hochinteressanten Fakten. Man konnte so vieles dazulernen, was mir auch für den Unterricht an der High School geholfen hat. In Washington DC haben wir viele Denkmäler, Museen und politische Gebäude besucht. Auch zum Ende, beim Abschlussseminar in Washington DC, konnte man sehr Vieles lernen. Das besondere an unserem Seminar war, dass wir auch noch die anderen Stipendiaten aus Amerika kennenlernen durften, die gerade frisch aus Deutschland zurückgekommen sind. Deren Deutschkenntnisse sind extrem gut, und wir konnten uns sozusagen bilingual unterhalten, was natürlich super interessant war. 
Es ist schon ziemlich cool, die Erfahrungen auszutauschen. Zu den Menschen in den USA generell kann ich sagen, dass sie wirklich sehr nett und immer freundlich unterwegs sind. Smalltalk findet man überall. Am Anfang fand ich es ein bisschen komisch, dass sie jeden immer danach fragen und wie es so geht, aber nach einer Weile habe ich mich dann doch daran gewohnt und finde, dass es nun Teil einer guten Unterhaltung ist. Im Großen und Ganzen kann ich ein Auslandsjahr wirklich nur weiterempfehlen. Denn wie man so schön sagt: „Erfahrungen erbt man nicht, man muss sie selber machen.“ Auch die vielen Vorurteile, die ich über die USA hatte, sind größtenteils verschwunden. Man muss also wirklich selbst erstmal dagewesen sein, um ein Land bzw. eine Region beurteilen zu können. Ohne das Auslandsjahr hätte ich diese Erfahrungen niemals sammeln können, und dafür bin ich allen daran Beteiligten von ganzem Herzen sehr dankbar!


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